Körpersprache

Katzen zu durchschauen ist keine leichte Angelegenheit. Denn Katzen verfügen über eine sehr komplexe Körpersprache. Um ihr Verhalten richtig zu deuten, muss man auf viele kleine Details achten: auf den Kopf, die Ohren, den Körper, die Mimik, die Stellung der Barthaare, die Größe und Form der Pupillen – und nicht zu vergessen: natürlich auch auf die Haltung und die Bewegung des Schwanzes.

Was auf den ersten Blick etwas kompliziert klingt, ist eine spannende, geheimnisvolle Ausdrucksweise, die Katzen zu ganz besonderen Tieren macht. Wir zeigen Ihnen heute die wichtigsten Stimmungsbarometer und verraten Ihnen, wie sich Ihr Liebling fühlt.

Der Schwanz als Stimmungsbarometer Nr. 1

Die wichtigsten Signale auf große Entfernungen gibt der Schwanz. Er ist nämlich ein wahrer Stimmungsbarometer – sehen Sie selbst:

  • Lässt die Katze den Schwanz lässig in S-Form hängen, so zeigt sie Gleichgültigkeit mit einem Anflug von Langweile.
  • „Näherkommen erwünscht“ und der Wunsch nach Nähe wird mit einem steil aufgerichteten Schwanz kommuniziert.
  • Bei Neugierde und Interesse zuckt die Schwanzspitze zusätzlich zu einem steil aufgerichteten Schwanz.
  • Stärkeres Ausschlagen der Spitze oder Peitschen des ganzen Schwanzes zeugen von unterdrückter Jagdlust oder gespannter Unentschlossenheit. Hier sollten Sie etwas Respekt zeigen: Denn wer da zu nahe kommt, der riskiert den einen oder anderen Kratzer. Die aufgestaute Energie kann sich blitzschnell entladen - also lieber auf Distanz bleiben!

Das sagen Katzen mit ihren Augen.

Auch Katzenaugen - und vor allem die Pupillen – sagen sehr viel über die Stimmung Ihres Stubentigers aus. Die Pupillen der Katze sind sehr prägnant und man kann leicht erkennen, ob sie erweitert oder verkleinert sind.

Große Pupillen bedeuten angespannte Erregung, die allerdings sowohl freundlich als auch ängstlich sein kann. Kleine Pupillen hingegen deuten auf eine aggressive Stimmung: Ihre Katze will dann ihre Dominanz zeigen.

Leicht geschlossene Augen können bedeuten, dass Ihre Katze gerade das Vertrauen in ihre Umgebung verliert und sie leicht aggressiv wird - außer sie ist müde, versteht sich! Und die vielleicht schönste Stimmung, die es zu erkennen gibt: Ein Blinzeln oder Zwinkern ihrer Katze, denn das kann man mit einem Lächeln vergleichen.

Hört, hört! Das sagen Katzen mit den Ohren

Ohren sagen ebenfalls einiges über den Gemütszustand einer Katze aus. Spitzt die Katze ihre Ohren nach vorne, ist sie aufmerksam, jagt oder hört ein interessantes Geräusch. Eine nervöse Katze zuckt mit den Ohren und eine sehr verängstigte oder aggressive Katze legt die Ohren flach am Kopf an.

Haarsträubende Stimmung

Der bekannte „Katzenbuckel“ ist ein Signal für Angriffsstimmung. Dabei versteifen Katzen den Schwanz mit gesträubten Haaren, drücken ihre Beine durch, die Schnurrhaare stehen waagerecht zu den Seiten und auch ihre Haare im Nacken und auf dem Rücken sträuben sich. Dieses Zeichen verstehen nicht nur Artgenossen - auch anderen Tieren ist dann klar, dass dieses Verhalten kein Zeichen von Freundschaft ist.

Wenn Katzen ihr Fell sträuben, kann aber auch eine Krankheit, Angst oder Kälte der Grund sein. Sie sollten Ihre Samtpfote in diesem Fall also genau beobachten!

Schnurren heißt nicht nur Wohlfühlen

Das friedliche Schnurren einer Katze ist eine wahre Wohltat für uns. Eine entspannte Katze streckt dabei außerdem die Beine von sich und fährt langsam ihre Krallen aus und wieder ein. Das sind übrigens Signale aus der Babyzeit, als das Kätzchen noch von der Mutter gefüttert wurde. In dieser Phase bearbeiten die Babys mit den Pfoten den Bauch der Mutter, um den Milchfluss zu stimulieren. 

Doch wer sich auf dieses beruhigende Geräusch des Schnurrens verlässt, übersieht oft, dass sich Katzen manchmal auch widerwillig streicheln lassen. Eine zuckende Schwanzspitze, vibrierende Schnurrhaare und zur Seite gelegten oder sich drehenden Ohren verraten, dass sie sich nicht wohl in ihrer Haut fühlt. Es kann dann leider auch zu einem plötzlichen Angriff kommen. 

Diese Art von Stimmungsschwankungen ist oft unvorhersehbar. Noch bevor wir registrieren, dass das Schnurren aufgehört hat, sind die Krallen bereits ausgefahren und fauchend macht die Katze klar, was Sache ist. 

Glauben Sie uns: Sie ersparen sich viele Kratzer, wenn Sie Ihr Kätzchen auch während des Schnurrens aufmerksam beobachten und auf die kleinen Details achten – wir sprechen aus Erfahrung ;). 

So spricht Ihre Katze mit Ihnen

Das Miauen ist die einzige Ausdrucksweise, bei der Ihre Katze tatsächlich mit Ihnen spricht. Hier sind die wichtigsten „Aussagen“:

  • Das kurze, hohe Miau einer durchs Haus wandernden Katze bedeutet, dass sie auf der Suche nach ihrem Besitzer ist.
  • Ein lautes und bestimmendes Miau heißt entweder, dass die Katze Futter möchte oder dass sie will, dass eine Tür geöffnet wird.
  • Der direkt aus dem Herzen kommende Schrei der Empörung kommt in unangenehmen Situationen. Zum Beispiel, wenn die Katze in eine Transportbox eingesperrt wird oder ihr jemand aus Versehen auf den Schwanz tritt.
  • Und besonders erfreulich für Sie: Oft äußert die Katze ihre Freude über die Heimkehr des Besitzers nicht nur mit aufgestelltem Schwanz, sondern auch mit einem freudigen, lauten Miauen.

Ein Extra-Tipp zum Schluss: Katzen versuchen auch immer wieder, ihre Liebe zu Menschen durch Putzen auszudrücken, d.h. Ihr Liebling möchte Sie möglicherweise mit seiner Zunge abzulecken. So gut es auch gemeint sein mag - halten Sie die Katze sanft davon ab! Aus hygienischen Gründen sollten Sie Küsschen und Ablecken nicht dulden.