Ein kleines Katzen-Wörterbuch

 

Wird auch Ihnen jedes Mal warm ums Herz, wenn Ihre Katze schnurrt, sich streckt oder die Ohren ganz neugierig aufstellt? Was für uns Menschen auf den ersten Blick entzückende Gesten sind, ist für die Katze selbst eine wichtige Form des Ausdrucks.  Wir sehen uns heute die Bedeutung der Katzengesten an.

Das sagt Ihre Katze, wenn Sie schnurrt.

Schnurren wird allgemein als Ausdruck des Wohlbefindens interpretiert, denn die sonoren Vibrationen haben eine beruhigende – fast meditative – Wirkung auf uns. Das möchte in der Regel auch Ihre Katze damit ausdrücken. Wenn Sie schnurrt, sich streckt und ihre Krallen aus- und einfährt, dann fühlt sich Ihre Katze zu 100% wohl.
Doch der Auslöser von Schnurren ist nicht immer Zufriedenheit: Es kann auch eine bedrohliche Situation sein, die Ihre Katze zu lindern versucht, indem sie zu schnurren beginnt. Zum Beispiel bei Gefahr, Schmerz, während Geburtswehen oder auch wenn sie spürt, dass der Tod nahe ist. Sie sollten deshalb immer auch auf die Umstände achten: Welche Zeichen gibt Ihnen Ihre Katze noch? Lauert irgendwo eine Bedrohung für die Katze?

Das sagt Ihre Katze mit ihren Ohren.

Die zwei Hauptstellungen der Katzenohren sind „entspannt“ und „gespitzt“. Erstere ist ein Zeichen der Zufriedenheit. Dabei sind die Ohren nach vorne und leicht nach außen gerichtet. Mit dem Ohren spitzen sagt Ihre Katze, dass sie neugierig ist – zum Beispiel wenn sie ein interessantes Geräusch gehört hat.
Natürlich setzen Katzen ihre Ohren noch anderswertig ein: Ist die Katze nervös, zuckt sie mit den Ohren. Ist sie verängstigt oder in Abwehrhaltung, legt sie die Ohren seitlich flach an. Ist die Katze aggressiv, dann dreht sie die Ohren nach hinten, sodass die Rückseite der Ohren von vorne zu sehen ist.
Vorsicht ist geboten, wenn die Ohren und das Fell steil aufgestellt sind. Dann ist Ihre Katze bereit für einen Angriff!

Das sagt Ihre Katze mit ihrem Schwanz.

Auch Katzen haben ein Zeichen für „Daumen nach oben“: Schwanz nach oben!
Dann ist die Katze guter Dinge, bereit für ein kleines Spielchen oder sucht Ihre Nähe. Wenn der Schwanz zusätzlich noch zittert, ist die Freude besonders groß.
Ein weiteres Zeichen für Aufregung ist, wenn Ihre Katze mit dem Schwanz wedelt. Bei geringer Erregung bewegt sich nur die Schwanzspitze. Pendelt der Schwanz heftig hin und her, lässt das auf einen baldigen Angriff schließen.
Wenn der Schwanz ganz steil aufgerichtet ist, möchte Ihre Katze Sie freundlich begrüßen.

Das sagt Ihre Katze mit ihren Augen.

Die Katzenaugen - und vor allem die Pupillen - sind so prägnant, dass leicht erkennbar ist, ob sie erweitert oder verkleinert sind. Sie helfen nicht selten bei der Interpretation des Gemütszustands Ihres Lieblings – also schauen Sie Ihrer Katze ruhig öfter tief in die Augen!
Große Pupillen bedeuten starke Erregung, die allerdings sowohl angenehm als auch ängstlich sein kann. Kleine Pupillen hingegen deuten auf eine aggressive Stimmung: Ihre Katze will dann ihre Dominanz zeigen. Denken Sie bitte daran, dass sich die Pupillenweite nicht nur mit der Stimmung, sondern auch mit dem Lichteinfall ändert.
Halb geschlossene Augen sind ein Zeichen für Entspannung und Vertrauen in die Umgebung. Eine wachsame Katze hat weit geöffnete Augen!
Und die vielleicht schönste Geste: Ein Blinzeln oder Zwinkern ihrer Katze, denn das kommt einem Lächeln gleich.

Achten Sie umgekehrt auch darauf, was Sie mit Ihren Augen tun. Eine Katze möchte zum Beispiel nicht angestarrt werden. Ein fixierender Blick bedeutet für Ihren Stubentiger, dass Sie hinter ihm her sind. Wer liebevoll schauen will, sollte ab und zu ein bisschen blinzeln – in der Liebe muss man eben manchmal ein Auge zudrücken.

Das sagt Ihre Katze mit der Nase.

Katzen können ihre Nase kräuseln. Wenn sie das tun, ist das allerdings kein gutes Zeichen, denn es bedeutet Aggressivität. Sie sollten dann auf jeden Fall etwas Abstand halten und Ihrer Katze etwas Freiraum lassen.

Stupst Sie Ihre Samtpfote mit der Nase an, ist das Gegenteil der Fall. Denn das Anstupsen mit der Nase ist ein klarer Freundschaftsbeweis. Katzen setzen „Näseln“ auch ein, wenn sie eine andere Katze oder einen Menschen wieder erkennen. Manche vergleichen es sogar mit Händeschütteln!

Das sagt Ihre Katze mit Kopfbewegungen.

Wenn Ihr kleiner Tiger Sie mit dem Kopf anstößt oder anstupst, dann ist auch das ein Zeichen der Begrüßung. Generell gilt: Je stärker das „Köpfeln“ desto größer die Freude. 
Wenn die Katze mit dem Kopf reibt, dürfen Sie sich ebenfalls freuen, denn dann sagt Ihnen die Katze: „Du gehörst zu mir.“ Es bedeutet auch, dass sie kuscheln möchte und ihren Geruch an Sie abgeben will – ein riesen Kompliment!

Weitere Gesten, die Sie kennen sollten

Gähnen: Das Gähnen ist natürlich wie bei uns Menschen ein Zeichen der Müdigkeit, signalisiert aber auch eine friedliche Stimmung.
An der Hand saugen: Auch das kann als Freundschaftsbeweis gesehen werden.

Scharren: Scharrt Ihr Liebling mit den Vorderpfoten, fühlt er sich unwohl. Oft versuchen Katzen damit auch Stellen zu verdecken, an denen sie vielleicht erbrochen haben oder unrein waren. Helfen Sie Ihrer Katze, indem Sie die Stelle reinigen.

Wälzen: Achtung! Wälzt sich eine weibliche Katze am Boden, dann ist sie vermutlich rollig und bereit zur Paarung.

Pfote schütteln: In dem Fall ist Ihrer Katze vermutlich etwas unangenehm. Schüttelt sie z.B. ihre Pfote während sie frisst, ist das ein klares Zeichen, dass ihr das Futter nicht schmeckt.

Katzenbuckel: Katzen zeigen einen Buckel um größer zu erscheinen und den Gegner einzuschüchtern. Sie versuchen so, dem Gegenüber zu imponieren.

Sie haben jetzt die häufigsten Katzengesten etwas näher kennen gelernt. Die wichtigste Botschaft für uns alle: Vergessen Sie nicht, dass Ihre Katze mit Ihnen auf ihre Weise spricht und Sie mit ihr einen wunderschönen Dialog führen können, wenn Sie Katzengesten richtig deuten. Und natürlich hat auch jede Katze ihre ganz besonderen Eigenheiten, die nur Sie als Katzenbesitzer erkennen und lieben lernen dürfen. Wir wünschen Ihnen viel Spaß dabei!