Katzen im Doppelpack

Mehrere Katzen - ein Zuhause

Katzen sind soziale Wesen, die es von Zeit zu Zeit genießen, für sich zu sein. Wenn Sie also daran denken, sich mehr als eine Katze zu nehmen, gibt es einiges zu beachten. Denn für Katzen ist es nicht immer einfach, einen oder mehrere Zeitgenossen neben sich zu akzeptieren.

Wir erklären Ihnen heute, warum Katzen ihr eigenes Territorium brauchen und wie Sie zwei Katzen – egal ob Geschwister oder nicht, gleich alt oder unterschiedlich alt – aneinander gewöhnen und in der Kennlernphase unterstützen können.

Warum Katzen ein eigenes Territorium brauchen

Dass Katzen ihr Territorium sichern, ist instinktiv und kommt aus einer Zeit, in der die Jagd noch überlebenswichtig war: Je größer das Territorium, desto größer war die Chance, genügend Futter zu finden. Um die Grenzen des Reviers oder Territoriums zu markieren, verwendet das Kätzchen Kratzspuren, Gerüche und Geräusche. Ist es nicht kastriert, wird zur Markierung der eigene Urin verwendet. Andere Katzen, die um ihren Status wetteifern, werden dasselbe an den gleichen Stellen tun.  Gerade in Gegenden, wo viele Katzen leben – wie z.B. auf einem Bauernhof - können sich die Territorien verschiedener Katzen überschneiden. So sind die Grenzen nie wirklich fixiert und sie werden immer wieder neu markiert. 

So entwickeln sich mehrere Katzen in einem Zuhause

Soviel zur Theorie in der Natur. Aber wie wirkt sich das jetzt auf Ihr Zuhause aus? Um das Verhältnis zwischen zwei oder mehreren Katzen – die ein Heim teilen – zu verstehen, sehen wir uns jetzt die Entwicklungsphasen etwas genauer an.

Selbst Kätzchen aus einem Wurf, die zusammen aufgewachsen sind, werden nicht immer friedlich miteinander umgehen. Wenn sie neun Monate bis ein Jahr alt sind, nimmt ihr Spiel eine andere Form an und in der Gruppe bildet sich eine Hierarchie. Dank dieser können die Katzen dann friedlich miteinander leben. 

Eine erwachsene Katze, die allein in einem Haushalt gelebt hat, verändert sich, wenn eine neue Katze in ihr Revier kommt. Generell akzeptiert eine ältere Katze ein Katzenbaby eher als eine zweite erwachsene Katze. Der Grund: Ein Jungkätzchen wird nicht so leicht mit der älteren Katze um das Revier kämpfen und neigt dazu, sich ihr unterzuordnen.
Die meisten Katzen lernen aber zumindest, die Gegenwart einer anderen Katze zu tolerieren. In vielen Fällen werden aus zwei Katzen, die sich anfangs erbittert bekämpft haben, sogar lebenslange Freunde. Sind die Katzen erstmal Freunde, schlafen sie zusammen in einem Körbchen, fressen nebeneinander und benutzen sogar die gleiche Katzentoilette. Bis es so weit ist, kann allerdings einige Zeit vergehen und manchmal kommt es vorher auch zu Meinungsverschiedenheiten

Ihr Ziel als Katzenhalter sollte es sein, den Einzug der neuen Katze für Ihre erste Katze so stressfrei wie möglich zu gestalten. 

Einzug mit Quarantäne-Zeit

Kommt das neue Kätzchen zum ersten Mal nachhause, sollten Sie es für ungefähr eine Woche in einem anderen Teil des Hauses wohnen lassen. Das ist vor allem wichtig, wenn Sie nicht ganz sicher sind, ob es potentielle Krankheitserreger in sich trägt. Diese Trennungszeit – die Quarantäne – gibt Ihnen auch die Möglichkeit, Ihre neue Katze auf Anzeichen von Krankheiten zu untersuchen.

Viele Krankheiten brechen gerade dann aus, wenn sich der Stress nach dem Einzug in ein neues Heim gelegt hat. Durch die getrennte Haltung der Katzen und das Benutzen eigener Fress- und Wassernäpfe verringern Sie das Risiko einer Krankheitsübertragung. 

Unser Tipp: Vergewissern Sie sich, dass die Impfungen Ihrer ersten Katze auf dem neuesten Stand sind und lassen Sie die neue Katze so bald wie möglich von Ihrem Tierarzt untersuchen. So stellen Sie sicher, dass sie gesund und frei von Infektionen oder Parasiten (wie zum Beispiel Flöhen und Würmern) ist und dass auch keine Ansteckungsgefahr für Ihre erste Katze besteht.

Sprechen Sie außerdem mit Ihrem Tierarzt über eine Blutuntersuchung für Krankheiten wie Katzenleukose und Katzenschnupfen. Leider können Erreger durch den engen Kontakt zwischen Katzen übertragen werden - sogar wenn die Krankheit noch nicht ausgebrochen ist. Alle Informationen zu Impfungen erfahren Sie auch in unserem Artikel „Vorsorgeimpfungen und Parasitenbekämpfung“.

Die Zeit der strikten Trennung gibt der neuen Katze die Möglichkeit, sich an den Geruch und die Geräusche der anderen Katze zu gewöhnen – aber aus sicherer Entfernung. Die Quarantäne erlaubt es dem Neuling außerdem, sich ein eigenes Revier in einem Teil des Hauses zu suchen. 

Das erste Zusammentreffen

Beginnen Sie langsam damit, Ihre Katzen zueinander zu lassen. Ihre zwei Stubentiger könnten sich zum Beispiel durch ein Gitter in einer Tür begegnen. Wenn sie sich Auge in Auge gegenüberstehen, sollten Sie mit Knurren und Fauchen auf beiden Seiten rechnen. 

Lassen Sie die Katzen nach Möglichkeit ihre Auseinandersetzung selbst klären, aber bleiben Sie in der Nähe. Sollte es tatsächlich zu einem Kampf kommen, können Sie z.B. ein Handtuch dazwischen werfen oder mit einer Wasserpistole die Gemüter etwas abkühlen. 

Denken Sie außerdem daran, Ihre erste Katze für ihr gutes Benehmen zu loben, ihr viel Zuwendung zu geben. Zeigen Sie Verständnis, wenn sie über den neuen Mitbewohner aufgebracht ist. 

Widerstehen Sie der Versuchung, die neue Katze in Gegenwart der älteren beschützen zu wollen – dafür ernten Sie höchstens einen beleidigten Rückzug!

Wenn sich zwei nicht verstehen …

Leider kommt es auch vor, dass Katzen einander noch lange nach dem eigentlichen Kennenlernen ablehnen. 

Einige lassen sich einfach nicht an ein Leben in einem Haushalt mit mehreren Katzen gewöhnen. Sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt darüber, wie Sie mit diesen Verhaltensproblemen umgehen sollen, denn regelmäßige, ernste Auseinandersetzungen können die Gesundheit und das seelische Gleichgewicht des Verlierers angreifen. In solchen Fällen sollten die Katzen getrennt gehalten werden oder Sie suchen dem gestressten Neuling eine Familie, in der er als Single glücklich wird. 

Allerdings können wir Sie beruhigen: In fast allen Fällen lernen zwei Katzen schnell, sich zu akzeptieren und in Harmonie miteinander zu leben. Dann können Sie das doppelte Glück genießen - wenn zwei pelzige, schnurrende Körper friedlich und zufrieden aneinander gerollt im Körbchen liegen.

Wir hoffen, wir konnten Ihnen mit unseren Informationen etwas weiterhelfen und wünschen Ihnen viel Spaß mit Ihren Kätzchen!