Gute Erziehung braucht gute Erzieher.

So können Sie das Verhalten Ihrer Katze positiv beeinflussen

Gute Erziehung braucht gute Erzieher

Katzen gelten als eigensinnig – deshalb vertreten viele Menschen die Meinung, dass sie ihren vierbeinigen Liebling gar nicht erst erziehen müssen. Doch eine gute Katzenerziehung ist möglich und gar nicht so schwer, wenn Sie lernbiologische Grundlagen und Zusammenhänge berücksichtigen. Wir zeigen Ihnen, was es bei der Katzenerziehung zu beachten gibt, und geben wertvolle Tipps für ein harmonisches Zusammenleben.

 

So lernfähig ist Ihre Katze

Warum Katzenerziehung Sinn macht

Schon von klein an steckt die Katzenmutter viel Zeit in die Erziehung ihrer Kätzchen. Sie zeigt den Kleinen grundlegende Dinge des Lebens, die diese dann nachahmen. Aber auch bei unerwünschtem Verhalten weist die Katzenmutter ihre Jungen zurecht.
Sobald die Katzen auf sich alleine gestellt sind, gestaltet sich ihr Lernen durch Erfolg und Misserfolg. Vielleicht ist es Ihnen ja auch schon aufgefallen, dass Ihre Katze auf gewisse Geräusche mit speziellem Verhalten reagiert. Wenn Sie zum Beispiel mit einer Futterpackung rascheln oder eine Dose öffnen, stehen die Stubentiger sofort vor Ihnen, obwohl sie vorher noch tief und fest in einem anderen Raum geschlafen haben. Auf andere Dinge reagieren Katzen wiederum mit fluchtartigem Verhalten, da sie negative Erfahrungen damit gemacht haben. Ein gutes Beispiel dafür ist die Transportbox, denn sie wird mit Tierarztbesuchen, langen Autofahrten und ungewohnten Umgebungen verbunden.

Verwenden Sie den richtigen Ton bei der Katzenerziehung

Auch Sprache und Tonfall haben einen Einfluss auf das Verhalten Ihrer Katze. Katzen können sie zu einem gewissen Grad „verstehen“. Mit einem strengen Kommandoton lassen sich Katzen auf Distanz halten oder verscheuchen. Um eine Katze anzulocken, sollten Sie einen liebenswürdigen Ton wählen. Katzen reagieren sehr gut auf Fragen, da der ansteigende Tonfall dem freundlichen Begrüßungsmaunzen der Katzen ähnelt.

Katzen sind lernfähig aber nicht gehorsam

So erziehen Sie Ihre Katze richtig

Da Katzen keine Rudeltiere sind, ordnen sie sich auch keinem Rudelführer unter. Daher ist es kein Wunder, wenn Katzen nur das tun, was sie wollen, und was sich aus bisherigen Erfahrungen als lohnenswert erwiesen hat. Das bedeutet, dass Sie durch positive Verstärkung das Verhalten Ihrer Katze durchaus verändern können. Ist Ihr Befehl jedoch mit unangenehmen Konsequenzen verknüpft, können Sie sicher sein, dass Ihre Katze ihm nicht nachkommen wird. Bedingungslosen Gehorsam werden Sie bei Ihrem Liebling nicht finden.

Strafen machen bei der Katzenerziehung keinen Sinn

Finger weg von aggressiven Maßnahmen

Wenn Sie Ihre Katze bestrafen, verunsichern Sie sie damit und Sie produzieren Stress, was zu weiterem unerwünschten Verhalten führen kann. Es besteht die Gefahr, dass sich Katzen nach einer Bestrafung abwenden und distanzieren. Im schlimmsten Fall können Strafen sogar dazu führen, dass die Tiere das Vertrauen zum Menschen verlieren.

Was gar nicht hilft, ist jegliche Form von Aggression, wie Anbrüllen, Schlagen und die Nase der Katze in ihren eigenen Kot stecken. Von diesen Maßnahmen raten wir dringendst ab! Auch mit Schimpfen werden Sie nicht weit kommen – das kann Ihren kleinen Tiger verunsichern und das Vertrauen zu Ihnen sowie auch den Lernerfolg beeinträchtigen. Prinzipiell gilt: Mit Lob kommen Sie weiter als mit Tadel.

Fördern Sie erwünschtes Verhalten bei der Erziehung

Erziehen Sie Ihre Katze mit Lob

Die Belohnung ist der Schlüssel zum Erfolg

Anstatt eine Katze zu bestrafen, sollte man ihr attraktive Alternativen bereitstellen. Um zu vermeiden, dass Ihre Katze beim Essen bettelt oder sogar auf den Tisch springt, bieten Sie ihr doch zeitgleich eine Mahlzeit an ihrem eigenen Fressplatz an. Sollte sie dennoch auf den Tisch springen, setzen Sie sie unmittelbar wieder auf den Boden. Nur nicht schwach werden und nachgeben! Wichtig sind vor allem Konsequenz und Geduld. Verstärken Sie positives Verhalten mit Belohnungen.

Mit dem Clickertraining können Sie Ihre Katze sogar auf spielerische Art und Weise erziehen und ihr verschiedene Tricks beibringen. Grundlage des Clickertrainings ist die klassische Konditionierung. Nach einem kurzen Klick wird der Katze eine Belohnung in Form von Futter gegeben. Dadurch entsteht eine Verknüpfung zwischen dem Klickgeräusch und dem Futter. Später wird positives Verhalten mit dem Klicken belohnt – die tatsächliche Belohnung in Form von Leckerlis wird nachgereicht. So können Sie Ihrer Katze beibringen, Verhaltensweisen und Kommandos auszuführen, zum Beispiel Männchen zu machen oder durch einen Reifen zu springen. Aber auch der Weg in die Transportbox kann so auf spielerische Weise gelernt werden. Das darf jedoch nur mit viel Spaß und ohne Zwang erfolgen.

So können Sie Ihre Katze zu sich rufen

Möchten Sie Ihrer Katze beibringen, dass sie bei Rufen zu Ihnen kommt? Das gelingt vergleichsweise einfach. Bieten Sie ihr jedes Mal etwas Angenehmes, sobald sie auf Sie zuläuft. Das sollte innerhalb von ein bis zwei Sekunden passieren, nachdem Ihre Katze bei Ihnen angekommen ist. Belohnungen können Sie in Form von Leckereien, Streicheleinheiten oder sanften Worten verteilen. Es sollte nicht jedes Mal die gleiche Belohnung sein – wichtig ist aber vor allem, dass sich Ihre Katze freut. Sagen Sie das Schlüsselwort (z. B. „Komm“)  mit dem Sie die Katze rufen wollen zunächst nur dann, wenn sie bereits am Weg zu Ihnen ist. Nachdem Sie die Übung einige Male wiederholt haben, werden Sie erste Erfolge bemerken: Ihr Stubentiger wird freudig auf Sie zulaufen, sobald er das Signal wahrnimmt. Den Lernerfolg können Sie festigen, indem Sie Futter oder Spiel zunächst nur ab und zu und später häufiger auslassen und durch verbales Loben ersetzen. Aber auch nach längerer Zeit sollten Sie Ihren Liebling nach Befolgen Ihres Kommandos immer wieder belohnen - schließlich befolgt er Ihre Appelle brav und hat sich Anerkennung verdient.

Belohnung ist der Schlüssel für eine gute Katzenerziehung. Hören Sie niemals damit auf, Ihre Katze für vorbildliches Verhalten zu loben – nur so bleibt Ihr kleiner Tiger wohlerzogen. Ihr Liebling zeigt dem Kratzbaum seine Krallen? Her mit einem Leckerli. Ihr Feinschmecker bleibt beim Essen dem Tisch fern? Da hat er eine kleine Nackenmassage verdient. Ihr Samtpfötchen wärmt Ihnen die Füße? Zeit für einen neuen Kosenamen. Denn mit guter Erziehung bleibt die Beziehung zu Ihrer Katze einfach harmonisch und ausgeglichen.