Durchfall bei Katzen

Was tun, wenn die Katze Durchfall hat?

 

Oje. Armes Kätzchen! Wenn sich die Samtpfote mit Durchfall quält, leidet auch der Katzenbesitzer. Oft helfen einfache Hausmittel, um die Verdauung Ihrer Samtpfote wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Was Sie gegen Katzendurchfall tun können, woher er kommt und wann Sie zum Tierarzt sollten, verrät unser Artikel.

 

Warum bekommen Katzen Durchfall?

Wie beim Menschen kann Durchfall bei Katzen ganz unterschiedliche Ursachen haben:

Infektion: 

Häufig ist eine Infektion mit Bakterien, Viren oder Parasiten der Übeltäter. Diese können u.a. über rohes Fleisch oder verdorbenes Futter in den Verdauungstrakt der Katze gelangen und dort Unheil stiften.

Futtermittelumstellung: 

Sie geben Ihrer Katze neues Futter? Auch das kann zu Durchfall führen. Stellen Sie die Nahrung nicht zu schnell um, sondern gewöhnen Sie Ihre Samtpfote langsam daran: Mischen Sie Ihr bisheriges Futter einige Tage lang mit dem neuen, so dass sich der Katzenmagen damit langsam anfreunden kann.

Futtermittelunverträglichkeit: 

Natürlich können auch Katzen Allergien haben. Hier hilft nur die so genannte „Eliminationsdiät“: Die Katze bekommt über einige Wochen eine geeignete Diätnahrung, die in der Regel sehr gut verträglich ist, da sie Protein- und Kohlenhydratquellen mit geringer Allergieanfälligkeit enthält. Diesem Futter werden laufend neue Komponenten hinzugefügt („Provokationsdiät“): Treten Symptome auf, können Sie davon ausgehen, dass der neu hinzugefügte Stoff der Übeltäter ist. Sprechen Sie eine solche Diät aber unbedingt mit Ihrem Tierarzt ab.

Psychische Belastungen: 

Ein neuer Mitbewohner, ein neues Zuhause, eine zweite Katze? Katzen sind Gewohnheitstiere. Neue Situationen können sie verunsichern, viele reagieren auch körperlich. Normalerweise verschwindet stressbedingter Durchfall von selber wieder.

Zu kalte Nahrung: 

Futter direkt aus dem Kühlschrank ist für empfindliche Katzenmägen nicht zu empfehlen.

Kuhmilch: 

Geben Sie Ihrer Katze keine Kuhmilch! Die darin enthaltene Laktose (Milchzucker) kann massive Verdauungsprobleme nach sich ziehen. Katzenmilch ist stark laktosereduziert und gut verträglich (z.B. Whiskas® Katzenmilch).

Medikamente: 

Bekommt Ihre Katze Antibiotika? Die sorgen zwar dafür, dass krankmachende Keime nicht mehr wild herumwüten, greifen aber gleichzeitig die körpereigene Darmflora des Kätzchens an und können zu Durchfall führen. Auch andere Wirkstoffe können Verdauungsbeschwerden hervorrufen. Dazu sollten Sie mit Ihrem Tierarzt sprechen.

Innere Erkrankungen: 

Herz-, Nieren-, Leber- oder Bauspeicheldrüsenerkrankungen sowie Hormonstörungen oder Tumore können auch für Durchfall verantwortlich sein. Um das abzuklären, sollten Sie auf jeden Fall Ihren Tierarzt aufsuchen.

Wie kann ich meiner Katze helfen?

Abgesehen von ein paar Extra-Streicheleinheiten ist Schonkost angesagt! Das heißt: reizarme Kost, die Magen- und Darmwände Ihrer Samtpfote schont.

  • Vorgefertigte Diätnahrung erhalten Sie bei Ihrem Tierarzt.
  • Sie  können für Ihre Katze auch kochen – geeignet bei Durchfall sind hochverdauliche Nahrungsmittel wie Hühnerfleisch oder Magertopfen und gekochter Reis.
  • Verwenden Sie keine Gewürze.
  • Füttern Sie nicht zu kalt – am besten ist „Beutetiertemperatur“ (etwa 38°C), Raumtemperatur tut’s aber auch.
  • Füttern Sie kleine Portionen (5-6 Einheiten über den Tag verteilt).
  • Zerkleinern Sie gekochte Mahlzeiten, damit der Magen Ihrer Katze beim Verdauen weniger zu tun hat.
  • Keine Milch!
  • Achten Sie darauf, dass Ihre Katze viel Wasser trinkt, denn Durchfall trocknet den Körper aus und entzieht ihm wichtige Mineralstoffe. Ganz wichtig bei Katzenbabys – hier besteht größere Dehydrierungsgefahr!
  • Verabreichen Sie keine Medikamente, die nicht mit Ihrem Tierarzt abgesprochen sind. Durchfallmedikamente bekämpfen nur die Symptome und bewirken, dass die Krankheitserreger, die der Körper durch den Durchfall schleunigst loswerden will, noch länger bleiben. Unter welchen Bedingungen Durchfallmedikamente sinnvoll sind, kann nur Ihr Tierarzt entscheiden.
  • Stellen Sie das Futter langsam wieder um, wenn der Durchfall vorbei ist: Mischen Sie einige Tage lang Schonkost und das gewohnte Futter, bevor Sie die Schonkost komplett absetzen.

Wann muss ich zum Tierarzt?

In den meisten Fällen ist der Spuk nach ein, zwei Tagen vorbei. Wenn der Zustand Ihrer Katze trotz Schonkost nach zwei bis drei Tagen nicht besser wird,  sollten Sie zum Tierarzt. Ist der Durchfall sehr stark, droht Dehydrierungsgefahr – hier sollten Sie am besten gleich zum Tierarzt, besonders wenn Ihr Kätzchen noch klein ist!

Auch wenn Ihre Katze Fieber hat, erbricht, Blut im Kot vorhanden ist, sich ungewöhnlich verhält oder einfach krank wirkt, sollten Sie mit dem Tierarztbesuch nicht zögern. 
Damit der Tierarzt schneller die richtige Diagnose stellen kann, sollten Sie ihm so viele Infos wie möglich zur Verfügung stellen: Wie häufig ist der Durchfall? Welche Farbe hat er? Wie würden Sie die Form beschreiben? Ist Blut oder Schleim beigemengt? Hat Ihre Katze Schmerzen, wenn Sie die Katzentoilette aufsucht (maunzt sie laut, fährt sie nach dem Klogang „Schlitten“ am Boden) oder schafft sie es erst gar nicht dorthin?

Was macht der Tierarzt dann mit meiner Katze?

Je nach den Symptomen wird der Tierarzt entscheiden, ob Sie gleich mit einer bestimmten Behandlung starten können oder weitere Untersuchungen notwendig sind. Diese reichen von der Untersuchung des Kots auf Parasiten, Bakterien und Viren über Blutuntersuchungen, Ultraschall bis zu Röntgenaufnahmen. In den meisten Fällen steht aber zum Glück keine ernsthafte Erkrankung hinter dem Durchfall.