Die Kastration - kleiner Eingriff, positive Auswirkung
Das österreichische Kastrationsgesetz
Gerade im Frühling und Sommer, wenn das Wetter warm und schön ist, kommt es bei Katzen zu einer rasant wachsenden Population.
Leider kommen nicht nur Katzenbabys in sorgsamen Familien zur Welt, sondern ein Großteil landet ohne Verpflegung und Fürsorge auf der Straße. Es ist dem herausragenden Engagement von Tierheimen und Tierschützern zu verdanken, dass von eben jenen einsamen und allein gelassenen Katzen, viele doch noch die Chance auf ein schönes Leben haben. Um der unkontrollierten Vermehrung von Freigänger-Katzen innerhalb Österreichs entgegen zu wirken, wurde die Kastrationspflicht erlassen:
Laut dem bundeseinheitlichen Tierschutzgesetz in Österreich ist jeder Katzenbesitzer, dessen Katze regelmäßig Freigang hat, dazu verpflichtet, seine Katzen von einem Tierarzt kastrieren zu lassen. Gemäß der geltenden Gesetzeslage entfällt diese Verpflichtung lediglich, wenn die Tiere zur kontrollierten Zucht verwendet werden oder in bäuerlicher Haltung leben. Gemeint sind damit nicht Katzen, die der Landwirt tatsächlich als Heimtier hält, für diese Katzen gelten zweifellos dieselben Bestimmungen. Der Begriff “bäuerliche Haltung“ wird vielmehr als Sammelbegriff für Katzen verwendet, die neben den oben erwähnten, keinem Halter zuzuordnen sind, wie das häufig auf bäuerlichen Betrieben vorkommt.
Veränderungen nach einer Kastration
Eine Kastration dient in erster Linie dazu, die Fortpflanzung zu kontrollieren. Dieser Eingriff bringt jedoch eine Reihe an weiteren positiven Auswirkungen mit sich, die auch Ihr Leben als Katzenhalter erleichtern: Kastrierte Katzen und Kater streunen weniger, die Verletzungs- und Infektionsgefahr durch den Kontakt mit fremden Tieren ist geringer. Auch das Risiko hormoneller Erkrankungen wie beispielsweise Zysten, Gesäugetumore oder Gebärmutterentzündungen bei der weiblichen Katze oder Prostatakrebs beim Kater, ist um ein Vielfaches reduziert. Außerdem ist die Lebenserwartung kastrierter Katzen und Kater höher als die, der nicht kastrierten Artgenossen. Auch das unangenehme Markieren eines Reviers entfällt in der Regel, die Tiere sind insgesamt weniger aggressiv und dadurch kuschel-freudiger.
Der routinemäßige Eingriff geschieht unter Vollnarkose und dauert je nach Geschlecht zwischen 15 und 30 Minuten bis zu einer Stunde. Einem Kater werden dabei die Hoden entfernt und einer Katze die Eierstöcke und manchmal auch die Gebärmutter. So können die Tiere keine weiteren Keimzellen mehr produzieren und sind unfruchtbar.
Kastrierte Katzen haben es einfacher
Unter normalen hormonellen Bedingungen wird ein fortpflanzungsbereiter Kater sein Revier vergrößern und markieren sowie gegen Konkurrenten verteidigen. Bei Rangordnungskämpfen kann es leicht zu Verletzungen oder der Übertragung von Krankheiten kommen. Ein nicht kastriertes Weibchen wird nicht selten von ihrer Rolligkeit übermannt, frisst kaum noch und ist unruhig, denn jede Rolligkeit ist mit großem Stress verbunden. Greift man zu spät ein, kann es sogar zu einer Dauerrolligkeit kommen, also einem Zustand der ständigen Rolligkeit. Bei Wohnungskatzen besteht sogar das Risiko zur Flucht, die im ungewohnten Straßenverkehr tödliche Folgen haben kann.
Kastrieren Sie also Ihre Katze rechtzeitig
Katzen werden in der Regel mit 6-10 Monaten geschlechtsreif.
Der Eintritt in die Geschlechtsreife wird von verschiedenen Faktoren wie Jahreszeit, Tageslichtdauer, Körperkondition und Rasse beeinflusst. Manche Katzenrassen, wie zum Beispiel Main Coon und Perser, sind dafür bekannt, später geschlechtsreif zu werden. Einige orientalische Rassen jedoch, sind eher frühreif.
Es gibt verschiedene Meinungen bezüglich des richtigen Zeitpunkts für eine Kastration. Sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt über den idealen Zeitpunkt für Ihre Katze.
Worauf Sie achten sollten
Nach der Kastration stellen sich die hormonellen Abläufe im Körper der Tiere um. Der Geschlechtstrieb und das damit einhergehende typische Verhalten verändern sich: Kätzinnen werden nicht mehr rollig, sind ausgeglichener, zutraulicher und oft anhänglicher. Kater streunen weniger umher und setzen seltener Duftmarkierungen. Die Tiere sind also insgesamt ruhiger. Aber Achtung: Sie verbrauchen dadurch weniger Energie und können daher leicht an Gewicht zunehmen. Darum sollten Sie die Ernährung nach einer Kastration dementsprechend anpassen. Reden Sie am besten mit Ihrem Tierarzt über die optimale Energiezufuhr für Ihre Katze.
