Katzen im Doppelpack

Katzen sind soziale Wesen, die es aber von Zeit zu Zeit auch genießen, für sich zu sein. Auch Kätzchen aus einem Wurf, die zusammen aufgewachsen sind, werden nicht immer friedlich miteinander umgehen.

Wenn Sie bereits eine Katze haben und überlegen eine weitere aufzunehmen, gibt es ein paar Regeln:
Eine erwachsene Katze, die allein in einem Haushalt gelebt hat, verändert sich, wenn eine neue Katze in ihr Revier kommt. Die meisten Katzen lernen aber zumindest, die Gegenwart einer anderen Katze zu tolerieren. Nicht selten werden sogar lebenslange Freunde aus zwei Katzen, die sich anfangs erbittert bekämpft haben. Solche Paare schlafen zusammen in einem Körbchen, sie fressen nebeneinander und benutzen sogar die gleiche Katzentoilette. Bis es so weit ist, kann allerdings einige Zeit vergehen und manchmal kommt es vorher auch zu Meinungsverschiedenheiten. Ihr Ziel sollte es sein, den Einzug der neuen für Ihre erste Katze so stressfrei wie möglich zu gestalten.

Erwachsene Katzen und Kätzchen
Eine ältere Katze akzeptiert ein Katzenbaby eher als eine zweite erwachsene Katze. Denn ein Jungkätzchen wird nicht so leicht mit der älteren Katze um das Revier kämpfen und neigt eher dazu, sich ihr zu unterzuordnen.

Quarantänezeit

Halten Sie die neue Katze für ungefähr eine Woche in einem anderen Teil des Hauses, wenn Sie nicht ganz sicher sind, dass sie keinerlei Krankheitserreger in sich trägt. Diese Trennungszeit – Quarantäne – gibt Ihnen die Möglichkeit, Ihre neue Katze auf Anzeichen von Krankheiten zu untersuchen. Viele Krankheiten brechen gerade dann aus, wenn sich der Stress nach dem Einzug in ein neues Heim gelegt hat. Durch die getrennte Haltung der Katzen und das Benutzen jeweils eigener Fress- und Wassernäpfe verringern Sie das Risiko einer Krankheitsübertragung. Vergewissern Sie sich, dass die Impfungen Ihrer ersten Katze auf dem neuesten Stand sind. Lassen Sie Ihre neue Katze so bald wie möglich von Ihrem Tierarzt untersuchen. So stellen Sie sicher, dass sie gesund und frei von Infektionen oder Parasiten (wie zum Beispiel Flöhen und Würmern) ist. Sonst steckt sie Ihre erste Katze an.


Sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt auch über eine Blutuntersuchung auf Krankheiten wie Katzenleukose und Katzenaids. Sie werden bei einer normalen Untersuchung nicht unbedingt entdeckt. Die Erreger können durch den engen Kontakt von einer auf andere Katzen übertragen werden, auch wenn die Krankheit noch nicht ausgebrochen ist.


Die Zeit der strikten Trennung gibt den Katzen die Möglichkeit, sich an den Geruch und die Geräusche der anderen zu gewöhnen – aber aus sicherer Entfernung. Die Quarantäne erlaubt es der neuen Katze außerdem, sich ein eigenes Revier in einem Teil des Hauses zu suchen. Helfen Sie Ihr dabei. Wenn Ihre erste Katze es liebt, nachts auf Ihrem Bett zu schlafen, geben Sie der neuen Katze nicht die Chance, Ihr Schlafzimmer als Revier zu besetzen.

Gegenüberstellung
Beginnen Sie langsam damit, Ihre Katzen zueinander zu lassen. Sie könnten sich zum Beispiel durch ein Gitter in einer Tür begegnen. Wenn sie sich Auge in Auge gegenüberstehen, müssen Sie mit Knurren und Fauchen auf beiden Seiten rechnen. Lassen Sie die Katzen nach Möglichkeit ihre Auseinandersetzung selbst klären. Aber bleiben Sie in der Nähe. Entweder mit einer Wasserpistole bzw. Blumenspritze, mit der Sie beiden ins Gesicht sprühen können. Oder mit einem Handtuch, das Sie zwischen sie werfen können, falls ein ernster Kampf beginnt.
Denken Sie daran, Ihre erste Katze für gutes Benehmen zu loben, ihr viel Zuwendung zu geben, und zeigen Sie Verständnis, wenn sie über den neuen Mitbewohner aufgebracht ist. Widerstehen Sie der Versuchung, die neue Katze in Gegenwart der älteren beschützen zu wollen – dafür ernten Sie höchstens einen beleidigten Rückzug.

Wenn zwei sich nicht verstehen
Es kommt vor, dass die Katzen einander noch lange nach dem eigentlichen Kennenlernen ablehnen. Einige lassen sich einfach nicht an ein Leben in einem Haushalt mit mehreren Katzen gewöhnen. Sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt darüber, wie Sie mit diesen Verhaltensproblemen umgehen sollen. Wiederholte ernste Auseinandersetzungen können die Gesundheit und das seelische Gleichgewicht des Verlierers angreifen. In solchen Fällen müssten die Katzen immer getrennt gehalten werden oder Sie suchen dem gestressten Neuling eine Familie, in der er als Single glücklich wird.


In den allermeisten Fällen allerdings lernen zwei Katzen schnell, sich zu akzeptieren und in Harmonie miteinander zu leben. Dann können Sie das doppelte Glück genießen, wenn zwei pelzige, schnurrende Körper friedlich und zufrieden aneinander gerollt im Körbchen liegen.